Philosophie

„Gutes Handeln braucht Orientierung“

... das gilt in besonderer Weise für Jugendliche. Natürlich schauen sie sich an, was Menschen ihres Vertrauens, also Eltern, Lehrer oder die so genannten Idole vorleben. Aber darüber hinaus benötigt der Einzelne Grundwerte für die Ausrichtung seines Verhaltens, damit er nicht in jeder Situation anders entscheidet.

Das Fach Praktische Philosophie (PP) befasst sich mit Grundfragen menschlichen Handelns, die Jugendliche stark beschäftigen, z. B.: Warum schließen Menschen Freundschaft?oder Was ist gutes, was ist böses Handeln? oder auch Was ist der Sinn des Lebens? Die Auseinandersetzung geschieht über Begriffsklärungen, Gedankenexperimente, Gespräche, Rollenspiele, Realbegegnungen, aber auch mittels Texten. So werden Argumentations- und Reflexionsfähigkeit, aber auch Lese- und Schreibkompetenz gefördert. Die Heranwachsenden sollen Vertrauen in die Urteilsfähigkeit ihres eigenen Verstandes erlangen. Gegen mögliche Missverständnisse setzen wir uns im Fach Praktische Philosophie auch mit Richtung weisenden Positionen und Antworten von Philosophinnen und Philosophen auseinander.

An wen richtet sich das Unterrichtsfach?

Grundsätzlich sind alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 angesprochen, die Freude am kritischen Denken haben, die Offenheit, sich Problemen zu stellen und sie im Gespräch miteinander zu erörtern.

Formal wurde das Fach Praktische Philosophie vor einigen Jahren von der Landesregierung als Ersatzfach für Religion eingerichtet. Es richtet sich also besonders an Schülerinnen und Schüler, die z. B. aus Gewissensgründen oder, weil sie keiner Religionsgemeinschaft angehören, nicht (mehr) am Religionsunterricht teilnehmen.

Das Fach wird an unserer Schule in den Jahrgängen 9 und 10 angeboten. Es ist versetzungsrelevant. Der Schwerpunkt der Unterrichtsarbeit liegt im Bereich „Sonstige Mitarbeit“, die überwiegend mündliche, aber auch schriftliche Beiträge umfasst. Einzelheiten der Leistungsbewertung werden den Schülern zu Schuljahresbeginn mitgeteilt.

  

Philosophie – Oberstufe

Darf ich lügen? Was ist der Sinn des Lebens? Ist es Unrecht, sich von Fleisch zu ernähren? Kann es sein, dass mein Leben nur ein Traum ist? Gibt es einen freien Willen? Warum dürfen Kinder und Jugendliche nicht wählen? Was ist Glück und leben eigentlich alle Philosophen in einer Tonne?

Mit all diesen und vielen Fragen mehr beschäftigt sich die Philosophie als älteste aller Wissenschaften. Zu einigen dieser Fragen werden wir die Antworten betrachten, die Philosophen wie Platon, Sokrates, Kant, Locke, Hobbes oder Camus gegeben haben. Neben der Auseinandersetzung mit den Texten stehen dabei aber vor allem das Nachdenken dieser Positionen und die Entwicklung eigener Lösungsansätze im Mittelpunkt.

Aufgebaut ist das Fach wie folgt:

Im ersten Halbjahr der Einführungsphase (Jg. 11) werden wir viele Bereiche der Philosophie streifen und uns das notwendige methodische Rüstzeug für das Fach erarbeiten. Im zweiten Halbjahr setzen wir uns mit der Anthropologie – der Lehre von Menschen – auseinander. Neben der Frage nach dem Unterschied zwischen Mensch und Tier wird es auch um die Themen Glück und das Zusammenleben im Staat gehen. Zum letztgenannten Thema lesen wir dann auch die Ganzschrift „Farm der Tiere“ von George Orwell.

Das erste Halbjahr des ersten Teils der Qualifikationsphase (Jg. 12) steht ganz im Zeichen der klassischen Frage: „Was dürfen wir tun“? Es geht also um die Moralphilosophie und da führt kein Weg an Kants kategorischem Imperativ vorbei. Im zweiten Halbjahr beschäftigen wir uns mit der politischen Philosophie und behandeln z. B. das Problem der Rechtfertigung des Staates.

Mit der Frage „Was können wir wissen?“ bewegen wir uns in der Erkenntnistheorie, die einen Schwerpunkt des zweiten Teils der Qualifikationsphase (Jg. 13) bildet. Spätestens dann landen wir mit Platon auch bei den alten Griechen, da sein Höhlengleichnis im Mittelpunkt des ersten Halbjahres stehen wird. Das zweite – nur sehr kurze – Halbjahr ist dann der Wissenschaftstheorie vorbehalten.

Jahrgang 9

  1. Schritt für Schritt durchs Leben:
    Wer bin ich?
    Welche Rollen spiele ich?
    (Kindheit – Pupertät – Erwachsensein)
  2. Zusammenleben mit anderen Kulturen:
    Immigration-Migration-Emigration
  3. Entscheidungen treffen:
    Entscheidung und Gewissen
    Dilemma
  4. Was ist Glück?

Jahrgang 10

  1. Freiheit vs. Unfreiheit:
    Leben in einer demokratischen Gesellschaft
    Gesellschaftsutopien (z. B. Orwell „1984“)
  2. Sterben, Tod und was danach?
    Die Bedeutung des Todes in unterschiedlichen Religionen/Kulturen
    Nihilistische Weltsichten (z. B. Teller: „Nichts“)
  3. Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
    (Wahrheit – Wirklichkeit – Medien)
  4. Wozu brauchen wir Menschenrechte?
    (philosophische Grundlagen, politischer Anspruch)
  5. Wie sieht der Mensch der Zukunft aus?
    (Kontroversen zur Bioethik)