DDR-Geschichte aus der Perspektive eines Zeitzeugen – Schriftsteller Alexander Richter-Kariger in Rödinghausen

Der Schriftsteller Alexander Richter-Kariger spricht als Zeitzeuge zu Schülerinnen und Schülern der Oberstufe

Nachdem die Nazidiktatur im Mai 1945 zerbrochen war, entstand auf deutschem Boden ein zweiter totalitärer Staat, der sich dem Willen einer Partei, der sozialistischen SED, unterordnete. Dieser Prozess hatte Auswirkungen auf persönliche Freiheiten, die Partizipation am Gesamtwesen und auf die wirtschaftliche Ordnung. Politische und wirtschaftliche Unfreiheit der DDR-Bürger waren die Folge, die sich dem System zu fügen hatten oder Gefahr liefen, Opfer staatlicher Repression zu werden.

Da die DDR-Herrschaft erst im Oktober 1990 endete, stehen für den Geschichtsunterricht immer noch viele Zeitzeugen zur Verfügung, deren eigene Erfahrungen den Unterricht auf vielfältige Weise bereichern können. Und so war es kein Wunder, dass sich am 18. Januar 2024 die Aula der Gesamtschule Rödinghausen schon frühzeitig füllte. Für die Einführungsphase und den 13. Jahrgang stand nämlich Schriftsteller Alexander Richter-Kariger zur Verfügung, der 1949 in der DDR geboren wurde.

Alexander Richter-Kariger berichtete 90 Minuten lang über seine Zeit in der DDR. Als Bürger der DDR wurde er immer mehr zum Kritiker des gesellschaftlichen Systems, das nur diejenigen zu Erfolgen kommen ließ, die sich systemtreu zeigten. Seine Kritik verarbeitete er literarisch, konnte allerdings nicht damit rechnen, dass die Staatssicherheit seinen Briefwechsel abfing. Anfang der 80er-Jahre wurde er schließlich verhaftet und nach elf Monaten Untersuchungshaft zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt. Während Herr Richter-Kariger seinen Gefängnisalltag skizzierte, lauschten die Schülerinnen und Schüler und mehrere interessierte Lehrer dem gebürtigen Potsdamer aufmerksam.
Die Erzählungen über seine Überwachungen seitens der Stasi ließen viele im Publikum staunend zurück. Auch die Tatsache, dass er später von der Bundesrepublik freigekauft wurde und sich Amnesty International für ihn einsetzte, sorgte für große Augen bei vielen Anwesenden.

Der Zeitzeugenvortrag wurde maßgeblich durch den Förderverein der Gesamtschule Rödinghausen unterstützt. Er unterstützte die Anschaffung mehrerer Infotafeln, die die deutsche Zweistaatlichkeit in den Jahren ab 1949 bis nach der Wiedervereinigung zeigen. Sie stehen der Schulöffentlichkeit im B-Trakt zur Verfügung.

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